Donnerstag, 16. Mai 2013

In den letzten Wochen hat es mehrfach Meldungen gegeben nach denen Betreiber von Blogs auf der Basis von WordPress vorsichtig sein sollten. Zur Zeit sind offenbar irgendwelche Botnetze darauf aus, sich per Brute Force an fremden Systemen anzumelden.

Ich habe mir um das zu unterbinden das Plugin Limit Login Attempts installiert, und zumindest bis jetzt tut es exakt was ich davon erwarte: kommen von einer IP zu viele fehlgeschlagene Anmeldeversuche, wird sie für einen gewissen Zeitraum komplett von der Anmeldung ausgeschlossen. Die Parameter — wie viele Fehlversuche sind erlaubt, wann darf sich die IP wieder melden, wann werden Fehlversuche zurückgesetzt — sind dabei ziemlich frei konfigurierbar, und bei jeder Sperrung bekomme ich eine Mail mit ein paar Infos.

Bislang war da noch nicht viel, aber Heute hat eine Welle diesen Blog erfasst. Auch die ist noch harmlos, das geht schlimmer. Aber im Laufe des Nachmittags haben mehr als 50 verschiedene IPs versucht, sich hier anzumelden. Alle übrigens als ‘admin’, ‘administrator’ oder ‘adminadmin’ — Namen die man seinen Benutzern also tunlichst nicht geben sollte. Wer noch den Standardaccount in seiner Installation hat darf sich also schnell ins Backend aufmachen und den löschen… besser ist das. :-)

Dienstag, 23. April 2013

Interessant: vor einiger Zeit habe ich mit einem damaligen Kollegen darüber gesprochen dass ich es unzumutbar kompliziert finde, ein Windows-System aktuell zu halten. Dabei bedeutet ‘aktuell’ nicht nur dass man die neuesten Features nutzen kann, sondern insbesondere auch dass Sicherheitslöcher — die es heutzutage sogar in MP3-Abspielern und PDF-Betrachtern geben kann — gestopft werden.

Leider erwähnt es der Artikel nicht den Heise Gestern zu dem Thema veröffentlicht hat, daher schreibe ich es nochmal (falls der ehemalige Kollege oder sonstwer aus der Zielgruppe mitliest): Wo Windows-Anwender im Schnitt an 25 Stellen (die Zahl nennt der Artikel, die stammt offenbar von Secunia) nach Updates suchen müssen greifen Linux-Benutzer üblicherweise nur auf einem einzigen Weg auf ihre Software-Repositories zu. Debian-Benutzer geben beispielsweise nur apt-get update && apt-get upgrade ein und können sich sicher sein die letzten Pakete installiert zu haben die ihre Distribution ihnen bietet. Fertig. Grafische Benutzeroberflächen, insbesondere auf Mainstream-Systemen wie Ubuntu, bringen die Funktionalität grafisch. Da muss man weder selbst an den Check denken, noch das Kommando für das Update auswendig gelernt haben.

Insbesondere bei Sicherheitsrelevanten Updates sind eigentlich alle gängigen Linuxe ziemlich schnell. Ich persönlich habe ein gutes Gefühl bei der Sache.

Zwei Einwände hatte der Kollege seinerzeit noch:

  • Was ist mit Programmen die nicht von der Distribution gestellt werden? — Brot- und Butterprogramme wie Webbrowser, Office-Pakete oder Java-Laufzeitumgebungen bieten alle Distributionen. Braucht man eine spezielle Software findet man mit etwas Glück ein spezialisiertes Repository das man einfach einbinden kann. Gibt es auch das nicht bleibt einem wirklich nur die manuelle Installation. In dem Fall muss man aber nur ein einzelnes Programm manuell aktuell halten. Nicht alle (OK, fast alle). Wenn man mehrere Rechner versorgen will, beispielsweise in Unternehmen, spricht aber auch nichts dagegen sich ein eigenes Repo anzulegen. Schwer ist das nicht.
  • Datenschutz? Ist Dir egal dass $DISTRIBUTOR weiß was Du alles installiert hast? — Ja. Weil ich dem Hersteller meines Betriebssystems traue, sonst würde ich es nicht nutzen. Aber selbst wenn man das anders sieht: so ein Repository kann man auch komplett oder teilweise spiegeln, insbesondere in Unternehmen kann das schon allein deshalb sinnvoll sein damit nicht alle Pakete n mal übertragen werden müssen. Dementsprechend hat man in der Regel auch die Auswahl zwischen mehreren Repositories im Netz. Da kann man sich dann überlegen wem man das Vertrauen schenken möchte.

Alles in allem bleibe ich bei dem was ich damals schon gesagt habe: ständig auf der Jagd nach Updates zu sein wäre mir zu stressig. Und das würde ich insbesondere nicht-computeraffinen Benutzern nicht zumuten wollen. Denkt daran wenn Eure Eltern von Euch einen Computer eingerichtet haben wollen! ;-)

Schön finde ich übrigens, dass Heise in dem Artikel auf XKCD linkt. :-D

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Montag, 22. April 2013

Drei Monate Telekom, wie Zabbix sie mir zeigt

Drei Monate Telekom, wie Zabbix sie mir zeigt

Aufreger des Tages (zu Recht, wie ich finde) ist ja wohl das Vorhaben der Telekom, Festnetztarife mit einer Volumenbegrenzung zu versehen. Ich kann nach wie vor kein DSL- oder Glasfaser-Kunde werden, daher hoffe ich einfach mal dass die genannten Volumina vereinheitlicht werden.

Bis Januar hatte ich im UMTS-Netz eine Drossel nach 10GB. Seit LTE kann ich ungestraft 30GB übertragen. Technisch gibt das LTE-Netz auf dem Land ‘nur’ 50MBit her (ja, ich jammere auch nicht mehr), ich habe aber den 100MBit-Vertrag gemacht da hier das Volumen größer ist.

Jetzt ist in der Ankündigung die Rede von 75GB bei 16MBit im Festnetz, das ist das kleinste Paket. Bei den 50MBit die ich technisch erreichen könnte wären es 200GB, bei den 100MBit für die ich bezahle sogar 300GB — locker eine Verzehnfachung.

Kriege ich die dann auch? :-)

(Wirklich verbraucht habe ich in der LTE-Zeit übrigens nie mehr als monatlich 16,6GB, und davon gehen allein etwa acht auf das Konto von Zabbix (ja, das könnte man volumensparender installieren — ist dann aber nicht mehr so cool für mich. ;-) ))

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Donnerstag, 11. April 2013

Man kennt diese Objekte aus vielen Filmen, der Begriff war mir aber neu:

MacGuffin ist der von Alfred Hitchcock geprägte Begriff für mehr oder weniger beliebige Objekte oder Personen, die in einem Film meist dazu dienen, die Handlung auszulösen oder voranzutreiben, ohne selbst von besonderem Interesse zu sein. Vor allem in Kriminalfilmen und Thrillern ist der MacGuffin neben dem klassischen Whodunit ein verbreitetes Mittel, um Spannung über die gesamte Filmhandlung hinweg aufrechtzuerhalten.

Beispiele sind der leuchtende Koffer in Pulp Fiction, der Teppich (der den Raum erst richtig gemütlich gemacht hat) in The Big Lebowski oder die Transitvisa in Casablanca.

Nicht zu verwechseln ist der MacGuffin übrigens mit einem roten Hering — der dient nur zur Ablenkung vom Wesentlichen.

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Montag, 08. April 2013

Aus verschiedenen Programmiersprachen kennt man die Notation von Hash-Arrays mittels ‘=>’. Bislang habe ich das immer als eine Art Zeiger verstanden. Also bildlich.

Ich beschäftige mich gerade mit Puppet. Das ist zwar keine Programmiersprache, die Konfiguration sieht aber trotzdem so aus:

file {'/tmp/test1':
ensure => present,
content => "Hi.",
}

Das — übrigens sehr schön geschriebene — Learning Puppet hat mir gerade beigebracht dass man dieses ‘=>’ als Hash Rocket bezeichnet. War mir auch neu. :-)

Freitag, 29. März 2013

Vorweg: ich fühle mich Heute nicht sehr gut, könnte sein dass ich Fieber habe. Da kommt man auf die merkwürdigsten Ideen… :-)

openDB

openDB

Ich habe hier ziemlich viele Filme auf DVD und BluRay. Leute haben schon behauptet dass wir bestimmt besser ausgestattet wären als viele Dorfvideotheken. Das lasse ich mal so im Raum stehen, aber bedingt durch die vielen Filme und mein ausgesprochenes Siebhirn ist vor einiger Zeit schon eine DVD-Verwaltung fällig geworden. Meine Suche — unter anderem hier im Blog — hat mich zu OpenDB gebracht. Seitdem ich das damals installiert habe wurde es offenbar nicht mehr aktualisiert… tut aber auch nicht not, da es nach wie vor exakt das macht was ich mir vorgestellt habe.

Vor mir liegt also eine MySQL-Datenbank in der viele Filme, deren IMDB-Bewertungen und die mitwirkenden Schauspieler gelistet sind. Und mein vollgeschnoddertes Gehirn stellt mir die Frage: welcher Schauspieler hat wohl in den bestbewerteten Filmen mitgewirkt?

Die Struktur der Datenbank ist nicht unbedingt ideal für so eine Abfrage, daher hat es fast eine halbe Stunde gedauert bis ich dieses kleine Monster hatte (“Ein Kerlchen von erlesener Hässlichkeit” hätte meine Mathelehrerin wohl dazu gesagt. :-) ):

select count(1) filme, round(avg(ia1.attribute_val),2) durchschnitt, ia2.attribute_val schauspieler
from item_attribute ia1
join item_attribute ia2 on ia1.item_id=ia2.item_id
join item i on i.id=ia1.item_id
join item_instance ii on ia1.item_id=ii.item_id
where ia1.s_attribute_type='IMDBRATING'
and ia2.s_attribute_type='ACTORS'
group by ia2.attribute_val
having filme>=10
order by durchschnitt desc
limit 30;

Die besten, der besten...

Die besten, der besten…

Mit der Einschränkung ‘having filme>=10′ sehe ich mir nur Schauspieler an von denen ich mindestens zehn Filme hier habe. Ohne so einen Filter würde man wohl nur Leute finden die in Shawshank Redemption oder dem Paten mitgespielt haben, sonst aber nirgends. Erst hatte ich den Filter bei 5, da gab es aber immer noch viel zu viele (mir) unbekannte Namen, wenig Stars.

Das Ergebnis mit beiden Filtern ist im nebenstehenden Screenshot zu sehen. Man bedenke: Datenbasis sind ausschließlich die Filme die ich original hier habe (ja, da sind wirklich keine Kopien dabei!). Und bewertet wurde nicht die Leistung der Personen, sondern die der Filme in denen sie gespielt haben. Ich muss beispielsweise gestehen dass mir John Rhys-Davies erstmal nichts gesagt hat. Es reicht aber, dass er in zwei Indiana-Jones- und drei Herr-der-Ringe-Filmen mitgespielt hat (als Sallah bzw. Gimli), damit er die eine Liste anführt. Alfred Hitchcock war ein großartiger Regisseur, durch seine kleinen Cameo-Auftritte steht er aber auch als Schauspieler an der Spitze der Liste.

Apropos Regisseur: wenn ich nicht nach Schauspielern sondern nach Regisseuren auswerte — vielleicht ist das fairer — führt bei einem Filter von 5 Sergio Leone die Liste an, gefolgt von Akira Kurosawa und Charlie Chaplin.

Oh, und wo ich gerade dabei bin… hier nochmal eine Liste der Schauspieler von denen ich die meisten Filme habe. War dann nur noch eine Fingerübung:

Bruce Willis (38), Samuel L. Jackson (24), Robert De Niro (21), Tom Cruise (21), Johnny Depp (21), Brad Pitt (19), Morgan Freeman (16), Harvey Keitel (15), Nicole Kidman (15), Matt Damon (15), Leonardo DiCaprio (14), Harrison Ford (14), Mel Gibson (14), Bess Flowers (14), Steve Buscemi (13).

Die Reihenfolge gibt komischerweise meine persönliche Meinung von deren Können überhaupt nicht wieder… Robert De Niro, Al Pacino oder auch Sean Connery halte ich für deutlich fähiger als Bruce Willis, dabei sind die letzten beiden nicht mal in der Top15…

Naja, vielleicht sagt das ja doch alles nichts aus. Vielleicht sollte ich mir mal die Datenbasis der IMDB besorgen (ja, das geht.) und darauf Auswertungen fahren. Nicht nur auf mein eigenes Regal. Zumindest hat es mir geholfen, eine Weile nicht nur über die Schnodderei nachzudenken… :-)

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Sonntag, 24. März 2013

Die Art von Film ist mir schon öfter aufgefallen. Dass es dafür einen Namen gibt war mir nicht bekannt.

Der Begriff Mockbuster (Verkürzung von mock-up-Blockbuster), Knockbuster (Verkürzung von knock-off-Blockbuster) oder auch Rip-Offs bezeichnet Filme, die Trittbrettfahrer eines meist zur gleichen Zeit erscheinenden Blockbusters darstellen. Während bei einem Mockbuster-Film eher der billige Abklatsch des Originals in Titel und Handlung im Vordergrund steht, versucht ein Knockbuster nur eine möglichst billige oder auch trashige Kopie zu sein.

Drüber gestolpert bin ich, weil ich irgendwie auf dem Artikel zu Titanic 2 — die Rückkehr gelandet bin. Gruselig…

Freitag, 22. März 2013

Offenbar hat sich 1992 das Buch ‘Grundlagen der Polizeipsychologie’ (würde ich mir gerne mal ansehen, schon allein um herauszufinden wie Hacker, Cracker und Crasher definiert werden) die Mühe gemacht, den Nerd zu beschreiben:

Nerds sind ebenfalls männlich. Sie sind allerdings deutlich älter, meist über 20 Jahre alt. Sie präsentieren sich als introvertierte Datenmenschen, die außer der Informatik keine Interessen haben. Sie sind oft sozial isoliert und zeigen beinahe autistische Züge. Daneben sind Idealismus und Narzissmus typisch für sie. Ihre Motive sind ähnlich denen der jugendlichen Hacker. Sie wollen Schwachstellen aufzeigen. Wichtigstes Ziel ist dabei allerdings die Selbstbestätigung, weniger die Wirkung auf andere. Sie unterscheiden sich auch in typischen Merkmalen von Crackern und Crashern. Nerds weisen oft eine geringe Frustrationstoleranz auf und haben einen unsystematischen, wenig effektiven Arbeitsstil. Dafür sind sie oft ausgeprägt abergläubisch. Viele glauben, dass Computer schon bald dem Menschen überlegen sein wird (vgl. Noller, 1992).

Sheldon? Bist Du’s? :-D

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Mittwoch, 20. März 2013

Das Wort Rubber-hose cryptanalysis habe ich in Chaosradio 186 aufgeschnappt, es ging um elektronische Schließsysteme:

Rubber-hose cryptanalysis (übersetzt Gummischlauch-Kryptoanalyse) ist ein Euphemismus, mit dem die Verwendung von Folter mit der Absicht, eine Person zur Herausgabe eines Kennworts oder Entschlüsselungsschlüssels zu bringen, bezeichnet wird. Obwohl sich der Ausdruck selbst ursprünglich von einer Foltermethode ableitet, bei der jemandem mit einem Gummischlauch wiederholt auf die Fußsohlen geschlagen wird, steht er hier stellvertretend für alle Arten möglicher Foltermethoden.

Dienstag, 19. März 2013

Eigentlich ist mir der neue Papst halbwegs sympathisch. Sicher, zu nörgeln gibt es immer. Insbesondere für Atheisten. Aber wie er sich nach der Wahl gegeben hat, der Name Franziskus, das meiste (nicht alles, wie gesagt) was ich über ihn gelesen habe… alles in allem: positiv. Hätte schlimmer kommen können.

Jetzt lese ich aber bei der Tagesschau Auszüge aus seiner ersten Messe als Papst:

Wenn man nicht auf die Felsen baut, was passiert dann? Das, was Kindern passiert, die am Strand spielen und Sandburgen bauen. Irgendwann fällt alles ein – ohne Festigkeit. Wenn sich der Mensch nicht zu Jesus Christus bekennt, geschieht, was wir bei Leon Bloy lesen: Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel. Wer sich nicht zu Christus bekennt, gibt die Welt der Weltlichkeit des Teufels anheim.

Initial hat mich der Satz an George W. Bush erinnert: “Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.”

Ursprünglich hat die Formulierung wohl tatsächlich biblische Ursprünge, so gesehen ist es unfair dem Papst zu unterstellen dass er sich beim Herrn Bush anlehnt. Weiß ich, mache ich nicht.

Und doch: ich persönlich bete nicht zum Herrn. Nicht zu seinem, und auch zu keinem anderen. Aber zum Teufel lasse ich mich trotzdem nicht scheren. Auch nicht vom Papst. Ich schätze mal dass das ein paar Milliarden nicht-Christen ähnlich sehen wie ich… :-/

Er ist mir nach wie vor sympathischer als sein Vorgänger, ich kann nur hoffen dass das nicht wirklich das Programm der nächsten Jahre sein soll.

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Dienstag, 05. März 2013

Login, bitte

Login, bitte

Aus Gründen die ich später sicher nochmal erläutern werde möchte ich ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) installieren. Die Wahl fällt Heute auf Alfresco, einem kommerziell entwickelten System von dem es eine kostenlos nutzbare Community-Version gibt.

Haken an der Sache: das ist eine Java-Anwendung, und die drückt ganz schön auf mein kleines Heimserverchen. Um es nicht zu sehr ausarten zu lassen möchte ich nach Möglichkeit kein volles KVM installieren, sondern in einem OpenVZ-Container (wir erinnern uns: ich habe Proxmox auf meinem Server installiert). Problem dabei: in OpenVZ habe ich nur 32-Bit-Gäste, und der vergleichsweise einfach zu bedienende Installer von Alfresco läuft nur auf 64 Bit.

Also zu Fuss. Und da ich zwar mehrere Anleitungen gefunden habe, keine davon aber wirklich alle meine Probleme gelöst hat, schreibe ich hier mal zusammen was ich gemacht habe. Ich installiere erstmal nur das Basispaket, Zusatzmodule kommen bei Bedarf später nach.

Noch ein Disclaimer vorweg: alles was hier steht ist gefährliches Halbwissen! Meine Erfahrungen mit Alfresco beschränken sich auf wenige Stunden Spielerei, auch Java und Tomcat sind für mich kein Heimspiel. Was ich aufgeschrieben habe hat zumindest auf den ersten Blick für mich funktioniert. Mit dem Ergebnis habe ich noch nicht viel Zeit verbracht. Es kann also durchaus sein dass ich Quatsch geschrieben habe. Falls jemandem Fehler oder Verbesserungen einfallen wäre ich sehr dankbar für einen kurzen Hinweis. Falls mir noch was auffällt werde ich einen entsprechenden Nachtrag schreiben.

  • Maschine anlegen. Ich gebe erstmal nur 1,5GB RAM, dazu 5GB Festplatte.
  • Debian installieren. Debian 7.0 ist mittlerweile so gut wie stabil, also gibt es direkt Wheezy. Dazu das übliche: Apt-Cache eintragen und alles erstmal aktualisieren.
  • Datenbank anlegen. Ich nutze MySQL, die Datenbank liegt auf einem anderen Server. ‘create database alfresco‘.
  • Benötigte Pakete installieren: apt-get install libreoffice openjdk-7-jre imagemagick tomcat7 mysql-client libmysql-java zip‘. Die Java-Version scheint wirklich wichtig zu sein, mit Version 6 hatte ich kein Glück beim vollständigen Anlegen der Datenbank.
  • Die SWFTools kennt Debian zwar als Paket, hier fehlt dann allerdings das essentiell wichtige pdf2swf. Wir ziehen uns die Sourcen (Version 0.9.1, 0.9.2 bringt einen Fehler bei der Installation) und compilieren klassisch mit ./configure && make && make install. Voraussetzung hierfür: apt-get install zlib1g-dev libjpeg62-dev libgif-dev libfreetype6-dev g++ make.
  • Alfresco herunterladen. Wir brauchen das Paket für die manuelle Installation, aktuell also alfresco-community-4.2.c.zip.
  • Den Inhalt des Paketes unter /opt/alfresco auspacken.
  • Sicherstellen dass Tomcat nicht läuft, damit der uns nicht in die Quere kommt: /etc/init.d/tomcat7 stop
  • Dateien und Verzeichnisse vorbereiten:

    # cp -r /opt/alfresco/web-server/shared/ /var/lib/tomcat7/
    # cp -r /opt/alfresco/web-server/webapps/ /var/lib/tomcat7/
    # cp -r /opt/alfresco/bin/ /var/lib/tomcat7/
    # ln -s ../../java/mysql-connector-java.jar /usr/share/tomcat7/lib/
    # mv /var/lib/tomcat7/shared/classes/alfresco-global.properties.sample /var/lib/tomcat7/shared/classes/alfresco-global.properties
    # mv /var/lib/tomcat7/shared/classes/alfresco/web-extension/share-config-custom.xml.sample /var/lib/tomcat7/shared/classes/alfresco/web-extension/share-config-custom.xml
    # mkdir /opt/alfresco/alf_data
    # chown -R tomcat7:tomcat7 /var/lib/tomcat7/ /opt/alfresco/alf_data/

  • Konfigurationsdatei /var/lib/tomcat7/shared/classes/alfresco-global.properties anpassen. Hier nur die geänderten Zeilen:

    dir.root=/opt/alfresco/alf_data
    db.username=alfresco
    db.password=GEHEIMESPASSWORT
    ooo.exe=/usr/bin/soffice
    ooo.enabled=true
    jodconverter.officeHome=/usr/lib/libreoffice/
    jodconverter.portNumbers=8101
    jodconverter.enabled=true
    img.root=/usr
    img.exe=/usr/bin/convert
    swf.exe=/usr/local/bin/pdf2swf
    db.driver=org.gjt.mm.mysql.Driver
    db.url=jdbc:mysql://DATENBANKSERVER/alfresco?useUnicode=yes&characterEncoding=UTF-8

  • Speichermanagement für Tomcat anpassen, in /etc/default/tomcat7 folgende Einstellungen hinzufügen:
    JAVA_OPTS="${JAVA_OPTS} -XX:MaxPermSize=512m -Xms128m -Xmx768m -Dalfresco.home=/opt/alfresco -Dcom.sun.management.jmxremote"
  • Tomcat starten: /etc/init.d/tomcat7 start

Danach kann man seinen Browser ganz vorsichtig auf http://SERVERNAME:8080/share oder http://SERVERNAME:8080/alfresco loslassen. Nicht vorschnell aufgeben, der erste Aufruf kann durchaus mehrere Minuten dauern. Die Zeit kann man sich zum Beispiel damit vertreiben, in der Datenbank nachzusehen ob tatsächlich die nötigen Tabellen angelegt werden. Direkt nach dem Laden der Startseite sind in der DB schon 102 Tabellen und mehrere Tausend Datensätze vorhanden.

Genau hier hat mich übrigens der Fehlerteufel eine Weile in Schach gehalten: in meinen ersten Anläufen hatte ich openjdk-6-jre installiert, so wie die meisten (zugegeben: teils alten) Howtos raten. Das führt neben einem Riesenhaufen Logs — die für einen nicht-Java-affinen Menschen erstmal nichtssagend sind — zu genau 20 Tabellen in der Datenbank, und dazu dass man unter /alfresco nur eine Fehlermeldung präsentiert bekommt. Darauf, das mal mit Java 7 zu testen muss man erstmal gestossen werden:-(

Wenn die Startseite (endlich!) sauber lädt kann man sich mit admin:admin anmelden und anfangen zu überlegen was man mit so einem schönen, neuen, großen Spielzeug anfangen kann… Aber das ist eine andere Geschichte, und die soll ein anderes Mal erzählt werden… ;-)

Geholfen haben mir bei der Installation hauptsächlich diese beiden Anleitungen, sowie dieser Thread im Support-Forum. Den Rest habe ich mir zusammengegoogled. Danke an alle die Ihr Wissen im Netz teilen!

Nachtrag (05.03.): Aufgrund eines Fehlers im Zusammenspiel zwischen Flash und dem Browser habe ich Flash-Upload abgeschaltet. Sonst hätte ich in der Weboberfläche keine Dateien hochladen können. Nutzen kann man Alfresco auch anders, aber wenn schon… Um abzuschalten in der Datei /var/lib/tomcat7/shared/classes/alfresco/web-extension/share-config-custom.xml den Wert adobe-flash-enabled auf false setzen und den Tomcat durchstarten.

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Kurze Links

Montag, 20. Mai

Verdammt! Ich muss widerwillig zugeben dass Microsoft Bing ein Feature bietet das ich bei Google tatsächlich schon vermisst habe: Bing Translator kann Klingonisch, Google Translate nicht. Bitte nicht auf die Scherben treten die hier rumliegen, das ist mein Weltbild…

Dienstag, 14. Mai

Ich weiss nicht seit wann, aber eBay veröffentlicht unter dem Namen ‘Digital Service Efficiency‘ einige technische Daten aus deren Rechenzentren. Erstaunlich freizügig, und erstaunlich tiefgehend. Sollten sich alle ein Beispiel dran nehmen die große EDV machen, finde ich.

Mittwoch, 24. April

Am Montag habe ich mich — zugegebenermaßen etwas flapsig — zu dem Thema der Volumenbeschränkung bei der Telekom geäußert. Das Thema ist aber zu ernst um nur drüber zu lachen, und bei Heise lese ich gerade einen Kommentar der ziemlich exakt meine Meinung dazu wiedergibt. Lesen und verstehen, bitte. Danke.

Dienstag, 23. April

Allgemein beeindrucken mich Apple-Geräte nur am Rande. Letzte Woche habe ich aber ein MacBook mit Retina-Display gesehen, und: die Auflösung ist schon schick. Zufällig stolpere ich Heute über ein Projekt in dem jemand ein iPad-Display (9,7″, 2048×1536 Pixel) PC-kompatibel macht. Für etwa 70 Dollar — Display inclusive. 8-O

Dienstag, 23. April

Seit einigen Monaten wälze ich ein Projekt im Kopf herum mit dem ich zu Hause Sachen automatisieren kann. Geräte schalten, Umgebungsdaten und Stromverbräuche messen. Vielleicht sollte ich besser nichts eigenes entwickeln, sondern mich an Open Home Control halten? Eigentlich war mein Plan, Netzwerkverkabelung und IP zu benutzen…

Sonntag, 21. April

Nicht zuletzt da ich in den letzten Wochen an einer Art Feedreader rumprogrammiere (ist fast fertig, ich sag Bescheid) finde ich das lustig: eine Webseite die die großen deutschsprachigen Feeds einsammelt und aus den Überschriften Gedichte macht. :-)

Montag, 15. April

Am Wochenende ist mir ein Schweinerücken zu warm geworden. Wenn man nicht drauf achtet schützt einen davor auch die beste Tabelle mit Kerntemperaturen nicht. Trotzdem sollte man eine haben, und da finde ich diese Liste nicht schlecht. Sehr inspirierend. :-)

Donnerstag, 11. April

Heute habe ich jemandem über die Schulter gesehen der sich an einem Batch-Skript auf Windows versucht hat. Kein schöner Anblick. Und nein, PowerShell gab es auf dem System nicht. Um nicht schlecht davon zu träumen habe ich überlegt wie ich die Aufgabe gelöst hätte. Falls mal jemand sowas an mich heranträgt werde ich mir auf jeden Fall Busybox für Windows ansehen.

Dienstag, 12. März

Noch eine coole Anwendung für einen Raspberry Pi: mit einem Display und etwas Kleinkram im Koffer eingebaut ergibt das eine portable Retro-Spielstation. Unabhängig davon muss ich mir dringend mal EmulationStation ansehen, das ist die Benutzeroberfläche mit der hier Emulatoren wie MAME gesteuert werden.